Unsere Reise sollte an einem Wochenende beginnen….
Just für dieses WE organisierte Nufnuf ein Treffen im Westerwald.

Da wir in Brüssel unsere Tour starten wollten, lag der Westerwald sozusagen direkt auf dem Weg. Da gab es kein Halten mehr.
Ich meldete Harald und mich an, auch für einen Schlafplatz und hoffte auf ein tolles Treffen mit vielen Mitgliedern. :asik
Der 14. April kam, wir packten unser Auto…. was nicht ganz leicht war, da Harald ein und ich wieder … aus … packte.

Naja, irgendwann hatten wir unseren ganzen Krempel, incl. Schlafsäcken, Betttücher, Kissen, Wolldecken für die Übernachtungen bei unseren Gastgebern und bei Nufnuf, im Auto.
Auch 2 Kisten Wein und andere diverse Geschenke, sowie den Schüttelkuchen für das Forums-Treffen hatten wir sicher verstaut.
Gegen 14 Uhr ging los: erst nach Mainz.
Harald brachte seinen Dienstwagen weg.
Ich fuhr mit unserem Auto hinterher.
Was mir dabei gleich auffiel…. die Klimaanlage ging nicht an.
Na, das konnte ja heiter werden.
Harald stieg dann in Mainz ins Auto und erfuhr die frohe Botschaft.
Die erwartete Antwort: „das glaube ich nicht“, kam promt.
„Gestern ging sie noch“ kam gleich hinterher!
Klasse!!
Dabei sollte mein Göttergatte sich doch nur um das Auto kümmern… :evil:
Da ich ihm diese „gewaltige“ Aufgabe nicht alleine aufbürden wollte, besorgte ich einen neuen Verbandskasten, das Öl zum Ölwechsel machen, half beim Auto aussaugen an der Waschstraße… usw.
Aber weder Harald noch unser „Automann“ kamen mal auf die Idee nach der Klimaanlage zu gucken….
Obwohl diese Beiden eher die „Klima“ Fan´s sind.
War wohl meine Schuld….. warum vergesse ich auch, sie auf die Checkliste zu schreiben.
Gut, dass wir das auch klären konnten. :!:
Also fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein und schon mit offenem Fenster zum Treffen.
Dort wurden wir mit lautem „Hallo“ und „da seid ihr ja endlich“, „von wegen am Vormittag“ begrüßt, da ich in meinem jugendlichen Leichsinn geschrieben hatte: „wir kommen nach dem Frühstück“.
Was die armen Leutchen ja nicht wissen konnten…. Wir frühstücken meist etwas später.
Fakt ist, es ist nicht so einfach ein Haus für 7 Wochen zu verlassen… es gibt immer noch etwas zu tun. :kavga
Wir genossen das Treffen bei Nufnuf: es war sehr angenehm, harmonisch, es wurde gelacht, Ball gespielt, gegessen, getrunken und viele alte Bekannte, aber auch noch unbekannte Mitglieder konnten wir begrüßen.


Nufnuf hatte uns in ihr Büro einquartiert und eine große Matratze aufgepumpt.
Wir schliefen sehr gut und konnten am morgen ausgeruht zu neuen Taten, sprich Frühstück, schreiten.
15. April: Westerwald
Mein Beitrag zum Frühstück war …. KAFFEE.
Leider nicht der Beste…. aber er hatte wenigstens die Farbe von Kaffee.
Was ist es doch für ein Glück, wenn man seinen halben Hausstand im Auto hat. :idea:
Nach einem gemütlichen Frühstück… ähm, schon eher Brunch… wie gesagt, wir frühstücken ja nicht so früh…. (und einige kamen noch später), mussten wir uns verabschieden.
Alle Forenmitglieder wünschten uns eine gute Reise und einen schönen Urlaub.

Wer konnte aber auch ahnen, dass wir keinen Urlaub machen würden?
Ja, es war tatsächlich kein Urlaub im gewöhnlichen Sinn… es war eher eine Studienreise.
Wer schon mal eine gemacht hat, weiß was ich meine!
Wie, ihr habt noch keine gemacht?... Ich kann euch nur sagen…
Studienreisen sind wahnsinnig anstrengend.

Apropos.. Wahnsinn….
war es dieser, oder war es etwa Irrsinn, am Ende Blödsinn oder totaler Schwachsinn ??? …. eine solche Reise überhaupt anzugehen?

Im Winter hatte ich die Idee, den Südosten und Osten der USA zu bereisen,…
da ich aber nicht wirklich gute Flüge fand, ließ ich diesen Plan fallen und fragte mich: „warum nicht mal Europa bereisen?“
So besah ich mir bei Google Map unser Europa und fand, dass eine Reise „am Wasser entlang“ doch sicher sehr interessant wäre.
Ich gab die einzelnen Städte, unsere Etappen, ein.
Immer so, dass wir ein Stück fahren aber auch die Orte oder Städte ansehen konnten.
Die Etappen sollten lang genug sein, um voran zu kommen und kurz genug um Zeit für die Besichtigungen und Stopp´s bei interessanten Sehenswürdigkeiten zu haben.
So kam ich auf 7000 – 8000 km.
Eine ganze Menge….. wobei manch Einem wieder das Wort „Wahnsinn“… usw.. s.o. in den Sinn kam.
Vor allem, wenn man bedenkt, welch schlechter Beifahrer ich bin.
Ich habe mich manchen Tag gefragt…. „warum setze ich mich diesem Stress aus?“ Keiner hat mir eine Antwort gegeben.

Wer schon in den USA unterwegs war und solch lange Touren gemacht hat, kommt erholt zurück.
In Europa ist dies nicht möglich. Die Menschen sind viel hektischer, in den Städten wird gefahren ohne Rücksicht auf Mensch oder Verkehrsmittel.
Die Fußgänger sprangen zuweilen einfach auf die Straße um überhaupt auf die andere Seite zu kommen.
Ich glaube, ich stand mehrfach vor einem Herzstillstand.

Als Beifahrer konnte ich ja auch nicht agieren… außer die Fußmatte durchzuscheuern und den Fahrer, der tatsächlich immer noch mein Mann ist, durch meine warnenden Zurufe in den gleichen Zustand zu bringen.
Ich habe versucht, eine Statistik zu machen.
Diese werde ich allerdings gesondert auflisten.
Nachdem wir uns nun von allem verabschiedet, „alles“ wieder eingepackt hatten, fuhren wir los Richtung Brüssel.
Die Fahrt verlief angenehm…. es war sehr schön warm im Auto und wir brauchten keine Heizung.

15. April: Brüssel
Wikipedia: Brüssel
Diese Stadt gefällt mir sehr gut ….. allerdings werde ich sie wohl nicht mehr mit dem Auto bereisen. Der Fahrstil der Autofahrer ist grausam.
Hier fing der Zirkus schon an…. Was konnte ich ahnen, dass es noch schlimmer kommen würde?
Es war sehr viel Verkehr und es dauerte eine geraume Weile, bis wir einen Parkplatz gefunden hatten.
Dann ging es los: wohin wohl?
Na klar zum „Männiken Pis“, zum Grand Place,: großer Platz mit vielen tollen Häusern, Rathaus, Galerie St. Hubertus, Kathedrale, Mont des Arts, Maison du Roi, Old England Haus, Place Royal, Kirche St. Jaques-sur-Goudenberg, Grand Sablon, Notre Dame sur Sablon, Justice Palast, Marollenund durch die Rue Haute Hoogstraat zurück zum Auto.
Wir fuhren zu Ingrid ins „türkische Viertel“. Ingrid war unsere erste Gastgeberin vom Hospitality Club. Bei ihr übernachteten wir 2 mal.
Als Geschenk gab es ein Spiegelset und Nagellack.
Sie spricht einige Sprachen, darunter auch deutsch, was gerade zu Anfang unserer Reise sehr angenehm war.
Als wir ankamen, dachte ich, wir hätten uns in die Türkei gebeamt.
Die Menschen, Geräusche, Gerüsche, die vielen türkischen Lokale.
Es war unbeschreiblich.

Nachdem wir Ingrid begrüßt und unseren Kram in ihre Wohnung geräumt hatten (zum Glück Parterre) unterhielten wir uns einige Zeit, dann beschlossen wir türkisch essen zu gehen.
(Da Harald die Fritten, von denen Cerkes so schwärmt, noch nicht gegessen hat, müssen wir wohl nochmal hin.)
Ingrid war sehr müde, da sie auch am Sonntag gearbeitet hatte und wollte früh ins Bett.
Daher machten Harald und ich uns alleine auf den Weg und fanden auch bald ein nettes Lokal in dem wir gut gegessen haben.
Nach einem langen „Spaziergang in der Türkei“, bei unglaublichen 25° mitten in der Nacht Mitte April kehrten wir zur Wohnung zurück und legten uns in unserer Gästebett schlafen. (… unser Bettzeug brauchten wir nicht.)

Foto´s... Brüssel: Tag 1
16. April: Brüssel
Nach einer geruhsamen Nacht und einem guten Frühstück fuhren wir Ingrid Montag´s zu ihrer Arbeitsstelle.
Zu Fuß wären wir alle schneller gewesen.

Leider hatte sich der Verkehr noch verdoppelt und sogar in Brüssel gibt es mitten in der Stadt Baustellen, Ampeln… über die nur 3 Auto´s kommen und jede Menge Einbahnstraßen.
Es ist vor allem schwierig, sich von einer Fußgängerin (Ingrid) lotsen zu lassen… besonders, wenn die direkte Strecke durch besagte Baustelle gesperrt ist.
Ingrid kam nichtsdestotrotz pünktlich gegen 12 Uhr zur Arbeit ins Europaviertel ( … mein Traum, um diese Zeit anzufangen).
Wir suchten einen Parkplatz und konnten auf diesem Weg auch schon das Gebäude der „Europäischen Union“ und "Parlament"ansehen. Zu Fuß besichtigten wir dann „Park de Laeken“, den „Triumphbogen im Park Cinquantenaire,“ das „Atomium“ auch von innen und den Park dahinter, den „chinesischen Pavillon“, und den „Turm“, Palais Royal.
Abends gegen 21 Uhr trafen wir uns in der Stadt mit Ingrid.
In der Altstadt suchten wir nach einem Lokal. Ingrid schlug einen Thailänder vor. Nun kam der große Moment. Meine erste Frage in einem asiatischen Lokal: „verwenden sie Glutamat“. Ingrid übersetzte ins französische. Nachdem sie sich an dem Wort Glutamat bald die Zunge verdreht hatte, fragte sie… „was ist das eigentlich ?“
Ich erklärte ihr, dass es ein Geschmacksverstärker ist, der in Deutschland in der Regel verwendet wird und der bei mir schlimme Allergie-Attacken auslöst.

Der Kellner versicherte, dass mein Essen ohne Glutamat sein würde.
Ich hoffte das Beste und wir bestellten.
Das Essen war gut, anders als in Deutschland… und vor allem, ich hatte keinerlei Probleme.

Später kam noch Achim, ein weiteres HC Mitglied zu uns und wir gingen zusammen ins „Bizon“.
Eine Bar, in der Montagabends immer eine Live-Musik gemacht wird.
Wir durften eine Stunde lang das Können der sehr talentierten Musiker bewundern.
Ein Sänger erinnerte mich mit Gesang und Gestik stark an Joe Cocker. Allerdings hatte er eine andere Hautfarbe. (Und hatte außerdem das T- Shirt links herum an.)

Es war schon wieder sehr spät, als wir endlich im Bett lagen und nach einem schönen Tag einschliefen.
Foto´s: Brüssel Tag 2