Anreise und Tag 1
Am 8. März war es endlich soweit. Gegen 11:30 h fuhr mein Zug gen Frankfurt Flughafen ab, wo ich mich um halb 2 mit Gerlinde treffen wollte. Es klappte auch alles wunderbar, und wir 2 gingen nach dem Check-in zur Sicherheitskontrolle, wo wir zwar unsere Schuhe, Gürtel, Uhren ablegen mussten, aber dank Kedis Gefrierbeutel keine Probleme mit unseren Flüssigkeiten und Cremes im Handgepäck hatten.
Es war ein angenehmer Flug, obwohl ich zu Anfang noch Bedenken wegen meines Schnupfens hatte, der mich ja schon 2 Wochen lang in Beschlag hielt. Mit einer halben Stunde Verspätung landeten wir in Izmir und wurden auch sofort zum Hotel gebracht. Da der Dame an der Rezeption die Zimmerverteilung wohl nicht ganz klar war, lagerte ich mein Gepäck erstmal bei Gerlinde zwischen, und wir machten uns auf zum frische Luft Schnappen und Viertel Anschauen… Nur Männer, die ganze Straße, die Läden waren voll Männer, nur Männer weit und breit. Die Häuser sahen zum Teil schon ziemlich fertig aus, als würden sie im nächsten Moment zusammenfallen wollen. Aber wir waren zu zweit und es war gut, endlich Luft zu bekommen. Ach ja, ein Transvestit lief uns noch über den Weg, habe ich bisher in der Türkei auch noch nie öffentlich gesehen.
Einige der Häuser in unserem Viertel waren wirklich schön anzusehen, soweit man das bei finsterer Nacht beurteilen konnte.
Zurück im Hotel kamen dann auch schon Tugga und Katya. So kam ich auch endlich in mein Zimmer, das ich mir mit Tugga teilen durfte. Den Abend verbrachten wir dann nebenan in einem netten Restaurant mit all denen, die schon vorher angereist waren. Um 3 Uhr machten wir uns auf nach „Hause“ ins Bett… Puhh, 2,5 Bier und 2 Raki, nachdem ich wochenlang nichts getrunken hatte… Aber wir schiefen fest und tief und kurz, denn um halb 8 wollten wir ja schon wieder aufstehen. Während meiner Dusche entdeckte Tugga Kanal 7. Ich glaube, am Ende der Reise kannte wirklich jeder Kanal 7. Der Fernsehkanal für den gestressten Geschäftsmann! Dieser Kanal konnte nur auf den Zimmern empfangen werden, nicht im Empfang. Was gab es da zu sehen? Oooch, aus den Erzählungen von Tugga war das einer der Sender, auf denen so 2 Männer mit 1 Frau… und so weiter – bis zum Abreisetag hatten sie sich wohl auf 3 Männer mit 1 Frau gesteigert… Für den gestressten Geschäftsmann mögen ja solche Filme entspannend wirken… Aber schon alleine die Erzählung brachte bei mir nur einen mitleidig-grinsenden Ekel hervor…
Nach einem wunderbaren Frühstück (2 Sorten Käse, Wurst, 2 Sorten Oliven, Ei, Zigara-Börek, Brot, Suppe, Butter, Marmeladen, Kuchen, Honig, Gurke, Tomate, getrocknete Datteln, Feigen, Rosinen…) beschlossen wir Neuankömmlinge (Tugga, Katya, Gerlinde und ich) erstmal auf Erkundungstour zu gehen. Also starteten wir unsere Tour quer durch Kemer Alti, vorbei an vielen Geschäften mit wunderschönen Kleidern, durch die alte Kizlaragasi Karawanserei, Richtung Meer. Wir wollten als erstes raus aufs Meer. Eine Fahrt mit der Fähre von Konak nach Karsiyaka. Es war schön, aber ganz schön frisch und zugig. Und man bekam eine kleine Ahnung wie groß Izmir ist, aber meistens versteckte sich die Stadt unter einer Dunst-Smog-Glocke, so dass man die Ausmaße nie richtig erfassen konnte. Tugga fuhr noch mit hinüber, blieb aber gleich für die Rückfahrt sitzen, da sie 2 Stunden später schon Besuch bekommen sollte. So waren wir zu dritt auf der anderen Seite der Bucht, gingen ein wenig spazieren, saßen in der Sonne und wollten dann mit der Fähre nach Alsancak fahren.
Nach einer wiederum sehr netten Überfahrt liefen wir an der Uferpromenade von Alsancak entlang, vorbei am Deutschen Generalkonsulat, an etlichen Stauen und schönen Cafés und Restaurants bis zum Hafen. Von dort aus drangen wir in das „Innere“ von Alsancak vor, eine schöne Fußgängerzone mit schönen Läden, supernetten kleinen Seitenstraßen, tollen Häusern, die Tömer-Sprachschule, vielen netten Kneipen. Eigentlich kam ich mir vor wie in einer Großstadt in Spanien oder Italien – ich muss dazu sagen, dass ich zum ersten Mal (außer kurz in Antalya) in einer türkischen Großstadt war und ich sehr überrascht war, wie westlich es gerade in diesem Stadtteil von Izmir war. Ich war wirklich begeistert und hätte ich noch einen Tag länger gehabt, wäre ich mit Sicherheit dort nochmals zum Bummeln hingefahren.
Von Alsancak aus liefen wir zum Kültür Parki, einem großen Park mit vielen Hochzeitspavillons, einem botanischen Garten, einem Lunapark, einem Zoo, der Messe von Izmir und viel grün. Es war ein netter Park, aber am Interessantesten war für mich die Tartanbahn für die Jogger von Izmir, die rund um diesen Park angelegt war. Ein Jogger war unterwegs, obwohl er für mich als Läuferin einen etwas seltsamen Stil an den Tag legte, 100 m langsam joggen, dann wird gedehnt. Aber wir hatten ein nettes Erlebnis: Auf der Suche nach einer Toilette gingen wir in ein Gebäude (keine Ahnung, was das für eine städtische Einrichtung war), aber wir durften doch tatsächlich auf die Toilette, wurden aber durch einen Computerkurs dort hingeführt. Also, so etwas Nettes ist mir auch noch nie passiert, obwohl es uns Dreien doch etwas peinlich war. Kaum waren wir draußen, entdeckten wir dann auch schon die nächste öffentliche Toilette.
Unsere Wanderung führte uns weiter zum Bahnhof Basmane, wo wir mit der neuen Metro an die nördlichste Station fuhren, zur Universität. Nach einem kurzen Gang durch den Campus der Universität ging es mit der Metro zurück, aber dieses Mal an die südlichste Station Ücyol, in das Viertel Asansör. Denn den Asansör, ein Fahrstuhl zwischen zwei Straßen mit 51 m Höhenunterschied, wollten wir uns unbedingt anschauen. Aber auch das ganze Viertel Asansör war sehr nett anzusehen, wir lernten es gut kennen, denn wir wussten ja nicht so genau, wo dieser Fahrstuhl war. Und unser Stadtplan war nicht ganz so ausführlich, so dass wir (respektive Gerlinde oder Katya) oft die Leute nach dem Weg fragen mussten. Wir hatten schöne Ausblicke vom Asansör, es war ein so richtig toller Tag. Natürlich fuhren wir runter und mussten nur 75 Kurus für 3 Personen bezahlen, war okay!
Nun überlegten wir: Wir sind müde, es war ein langer Tag, aber Keine von uns hatte Lust, einen Bus zu suchen, so ging es im Stechschritt zurück quer durch Konak, Kemer Alti in Richtung Hotel. Müde und glücklich kamen wir gegen 17:45 Uhr dort wieder an und erfuhren gleich, dass wir uns um halb 7 schon wieder zum Essen treffen wollten.
Der Rest aus Köln war nun mittlerweile auch eingetrudelt, so dass wir einen gemütlichen Abend alle zusammen im Restaurant verbrachten.
Dieser Abend war dann für mich gegen 22 Uhr zu Ende, müde und zufrieden verabschiedete ich mich Richtung Bett.
Tag 2
Nach einer langen und erholsamen Nacht traf ich mich am Morgen des 10.03. schon um 7:14 Uhr mit Katya und Gerlinde zum Frühstück. Wir hatten noch das Etnografya Müzesi und die Agora auf dem Programm, bevor wir uns wieder um 11 Uhr mit allen Anderen am Hotel treffen wollten
Dieses Mal nahmen wir uns ein Taxi, um zum Museum zu gelangen, denn auf dem Stadtplan sah das schon recht weit aus. Unser Taxifahrer wusste auch nicht so richtig, wohin er fahren sollte, denn – wie er uns erzählte – war er wohl erst seit ein paar Monaten in Izmir und kannte sich nicht so gut aus. So musste auch er erstmal fragen, bis er uns schließlich am Museum absetzte. Er wollte kein Geld von uns, aber das ließen wir dann doch nicht zu.
Laut Reiseführer sollte das Museum um 8:30 Uhr öffnen, aber laut Museum hieß es dann 9 Uhr. Wir liefen ein wenig durch den Park des angrenzenden archäologischen Museums und schauten uns die Statuen an, was auch sehr schön war. Kurz vor 9 war dann die Tür des ethnographischen Museum offen, übrigens ist dieses in einem schönen, alten Gebäude (eine ehemalige Quarantänestation für Pestkranke) untergebracht. Wir gingen hinein – ein tolles Museum. Alte Handwerkstraditionen, Hochzeitszimmer, Gästezimmer, eine alte Apotheke, bestickte Stoffe, Darstellungen alter Traditionen, Einblicke in das großbürgerliche Familienleben der osmanischen Zeit. Wirklich, es hatte sich gelohnt, dort so früh hinzufahren!!!
Mit dem Taxi ging es zurück Richtung Hotel. Dort schauten wir uns noch die Agora an, entgegen der Notizen des Reiseführers war die Agora (ein Markt- und Versammlungsplatz aus römischer Zeit) sehr nett anzusehen und nicht so unspektakulär wie beschrieben.
Kurz vor 11 waren wir zurück im Hotel, bereit für den nächsten Programmpunkt. Kedi hatte sich ausgedacht mit Allen, die wollten, mit der Teleferik auf einen Berg zu fahren und dort zu grillen. So stieg die ganze Mannschaft in einen Bus Richtung Balcova. An der Seilbahnstation angekommen, hatte sich dort schon eine kleine Schlange gebildet. Aber es ging doch schnell voran, was manchem Höhenangst-geplagten Mitreisenden doch nicht ganz so recht war. Blöd war nur, dass uns alles Essen und Trinken an der Station abgenommen wurde. Aber man wollte ja an den Ausflüglern etwas verdienen. In kleinen 4-Personen-Gondeln ging es den Berg hinauf. Leider war die Aussicht nicht ganz so gut, weil sich Izmir wieder unter einer Dunst-Smog-Glocke versteckt halten wollte. Dafür war das Grillen umso genialer. Man konnte alles einkaufen, von Fleisch, über Salat, Vorspeisen, Brot, Getränke… und sogar der Grill wurde schon angeheizt, so dass wir uns nur noch ums Grillen kümmern mussten. Es war alles so superlecker und superschön! Eine ganz tolle Idee!!! Aber es war doch ein wenig frisch da oben, so dass wir uns noch mit einem heißen Tee aufwärmten, bevor es wieder nach unten ging. Wir waren dann schon gegen 16 Uhr wieder in Kemer Alti und gingen nochmals zur Karawanserei, um uns diese nochmals ganz genau anzuschauen. Ach, das ist ein schöner Bau, mit supersüßen Lädelchen, Antiquitäten, Kaftane (ach, ich hätte mich tot kaufen können), Kunsthandwerk…
Um halb 7 trafen wir uns dann, um gemeinsam in Alsancak Abend essen zu gehen. Auf der Busfahrt wurde Beckmann’s Café entdeckt, wir stiegen an der nächsten Haltestelle aus und gingen dorthin, um Frank zu besuchen, der leider erst am Montag wiederkommen sollte. Wir schlenderten durch das Zentrum von Alsancak und suchten uns ein nettes Restaurant. Ein Teil von uns machte sich dann gegen 10 auf den Heimweg, der Rest blieb noch dort… Ich denke, es wird noch weiter berichtet werden. Wir Früh-Heimkehrer machten es uns noch bis 12 Uhr in der Lobby des Hotels gemütlich.
Tag 3
Auch heute war ein zeitiges Frühstück angesagt, denn Anen hatte für uns einen kleinen Bus gechartert, mit dem wir nach Ephesus fahren wollten. Ach, wie habe ich mich gefreut, Alte Steine sind ja genau mein Ding. Um 9 Uhr ging es los, erstmal nach Selcuk, wo wir die Johannesbasilika anschauten. Die Basilika war eine der größten byzantinischen Basiliken mit einer Länge von 150 und einer Breite von 40 m. Von der Basilika aus sieht man die Burg von Selcuk sowie die Isa-Bey-Moschee.
Von Selcuk aus ging es weiter zu den Siebenschläfern. Die Geschichte erzählt, dass sich dort zur Zeit der Christenverfolgung 7 junge Männer versteckt hielten. Römische Soldaten mauerten den Eingang der Höhlen zu. Die Jünglinge versanken in einen 200 Jahre langen Schlaf und erwachten erst durch ein Erdbeben zu einer Zeit als die Christenverfolgung schon vorbei war. An diesem Platz wurde dann eine Basilika erbaut, auch die jungen Männer sollen dort begraben sein.
Unser Fahrer, ein wirklich netter Mann, war superglücklich, dass er eine so nette Truppe herumfahren konnte. Und so war es für uns auch völlig klar, dass er mit uns auch Alles anschauen konnte. Als wir dann in Ephesus waren, erzählte er, dass er nur einmal als Schüler dort gewesen sei.
Ephesus – viele alte Steine! Aber es war so unheimlich beeindruckend. Ich habe schon viele alte Steine gesehen, aber nach Rom, war Ephesus wirklich das absolute Highlight für mich. Vor allem die Hanghäuser hatten es mir angetan, so dass ich mir dann am Ausgang später gleich einen Führer über die Hanghäuser auf französisch (alle anderen Sprachen waren ausverkauft) geleistet habe. Ja, Ephesus war ein tolles Erlebnis, und ich weiß ganz genau, dass ich bestimmt noch einmal dorthin fahren werde. Was für ein Luxus, die damals schon hatten. In den Hanghäusern sah man sogar unter Putz gelegte Rohre, es gab eine Fußbodenheizung und andere nette Dinge. Mosaike, Malereien, Friese aus Elfenbein…. Auch ein Freudenhaus gab es damals schon, der Weg dahin ist gekennzeichnet durch einen Fußabdruck und eine Frauenbüste in einer Marmorplatte.
Gegen halb 3 fand sich unsere nette Truppe wieder am Ausgang ein und weiter ging es nach Sirince, einem kleinen, ehemals griechischen Dorf in den Bergen. Ein hübsches pittoreskes Dorf - wunderschön anzusehen. Dort teilte sich unsere Truppe –aufgrund mangelnder Kommunikation :-) – in 2 Teile, und wir gingen Gözleme essen… Mmmh, das war lecker – wir hatten nach so viel Kultur auch mächtig Hunger.
Leider neigte sich der Tag langsam wieder gegen Abend, unser Programm jedoch nicht. So fuhren wir dann an die Küste in den Urlaubsort Kusadasi, um dort an einem winzig kleinen Strand noch ein wenig Sekt auf Kedi zu trinken..Und – ich kam doch noch dazu meine Füße ins Meerwasser zu strecken. Hier nahmen wir dann von Ralf und Seref Abschied, die sich auf den Rückweg nach Antalya machten. Für die Rückfahrt nach Izmir hatten wir uns ausgedacht, an der Küstenstraße entlang in ein kleines Fischerdorf zu fahren, aber das ließ die Zeit nun wirklich nicht mehr zu. Gegen 19 Uhr trafen wir dann wieder im Hotel ein.
Nach einem leckeren Essen beendeten wir den Abend in dem Restaurant nebenan, wo wir mittlerweile schon bekannt waren.
Tag 4
Der Tag meiner, Gerlindes, Katyas und Tuggas Abreise. Hierzu gibt es leider nicht mehr viel zu sagen, außer dass wir ein nettes Frühstück mit allen lieben Izmir-Reisenden hatten, ein Gedrücke zum Abschied und einem ungeduldigen Fahrer, der Gerlinde und mich dann doch aufforderte, langsam mal in die Pötte zu kommen. Der Rückflug und die Weiterreise nach Hause verlief ganz gemütlich, so dass ich gegen 17 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und 19 Grad wieder zuhause war.
Mein Fazit: Izmir war grandios. Es war eine richtig schöne und harmonische Reise mit supernetten Menschen. Und für mich steht fest: In Zukunft komme ich auf jede Forumsreise mit.
So, ich hoffe, mein Bericht hat Euch gefallen – klar, viele Menschen kennt Ihr nicht, aber ich glaube, so wirkt der Bericht einfach RICHTIGER….
Und hier noch Fotos:
http://service.gmx.net/mc/xxbEgxMzAY3pc ... BbI6969tgj
http://service.gmx.net/mc/zts0ozFvaJ7zb ... 2Z8Rw57dbo
http://service.gmx.net/mc/v92gfLhMfCilf ... Cw6xkabzjE
Alles Liebe,
Eure Dodo
@ Cerkes
Bist Du zufrieden über meine Begeisterung für Izmir (Deine Stadt)...

